Traumfänger Legende und Überlieferung "Der Aborigines"

Die Seelenfrau hilft dem Träumenden dann, die Bot-schaft in seinem Traum zu deuten. Die Spinnen-netze wurden bei einer aus Tänzen und Liedern bestehenden Zeremonie als Hilfsmittel einge-setzt. Man bat das „Universum“ auf diese Weise um eine Führung durch die Welt der Träume. Die Stammesangehörigen nehmen die Hilfe der Traumfänger bei den unterschiedlichsten Probleme in Anspruch. Wenn sie sich über ihre Beziehung zu einem anderen Menschen nicht im klaren sind, Probleme mit der Gesundheit haben oder nicht verstehen, welchen Sinn eine bestimmte Erfahrung haben soll, suchen sie die Antwort auf ihre Fragen stets im Traum. Für uns "Veränderten Menschen" gibt es nur einen Zugang zur Traumwelt: den Schlaf. Aber die "Wahren Menschen" können sich auch im wachen Zustand in die Bewusstseinsebene des Traums versetzen. Da sie sich nicht mit Hilfe bewusstseinsverändernder Drogen in die Traumwelt begeben, sondern einfach durch Atemtechnik und Konzentration, handeln sie sehr bewusst. Die Stammesangehörigen träumen daher nur dann nachts, wenn sie einen Traum herbeigerufen haben. Der Schlaf ist für ihre Körper eine wichtige Zeit der Ruhe und Erholung. In diesen Stunden sollen die Energien nicht auf mehrere Vorhaben gleichzeitig gelenkt werden. Sie glauben, dass wir „Veränderten Menschen“ nachts träumen, weil es in unserer Gesellschaft nicht erlaubt ist, tagsüber zu träumen.